Joachim Beckmann als Dozent an der Kirchlichen Hochschule Wuppertal, 1956 Foto: H. Lachmann

Präses Professor D. Dr. Joachim Beckmann

1946-1973

Umfang: 16

lfd. Nummern: 441

Signatur: 6HA 003

Präses Professor D. Dr. Joachim Beckmann PDF 29 KB

Joachim Beckmann (1901-1987) übernahm nach dem Tod des ersten Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, D. Heinrich Held, 1958 für dreizehn Jahre das Amt des Präses.

Zuvor war er Landespfarrer für Innere Mission und Wohlfahrtspflege in Wiesbaden (1926-1928), Pfarrer der westfälischen Frauenhilfe in Soest (1928-1933), ab 1932 zusätzlich Geschäftsführer des Evangelischen Männerdienstes in Westfalen gewesen. 1933-1948 wirkte er als Pfarrer der Lutherkirchengemeinde in Düsseldorf.

Sein Engagement für die Bekennende Kirche S er war u.a. Mitbegründer der "Rheinischen Pfarrbruderschaft" 1933, Mitglied der "Freien evangelischen Synode im Rheinland" und Mitglied des Reichsbruderrats S führte ihn in die zu Kriegsende gebildete "Vorläufige Leitung der Evangelischen Kirche der Rheinprovinz" als geschäftsführender Vorsitzender. Von der Konstituierung der Evangelische Kirche im Rheinland an bis zu seiner Wahl zum Präses war er bereits hauptamtliches Mitglied der Kirchenleitung und theologischer Dirigent im Landeskirchenamt.

Er hatte eine Reihe weiterer Ämter inne: Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft für Weltmission, Beauftragter des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland für Fragen der Kriegsdienstverweigerung und Ersatzdienstleistung, stellvertretender Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche der Union, Mitglied des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands und stellvertretender Vorsitzender der Arnoldshainer Konferenz.

An der Agende der Evangelischen Kirche der Union hatte Joachim Beckmann maßgebenden Einfluss. Er leitete den gesamtkirchlichen Ausschuss, dessen Vorschläge die EKD 1963 veranlassten, eine "Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Weltmission" zu errichten. Als Präses der Evagelischen Kirche im Rheinland nahm er zu politisch und gesellschaftlich umstrittenen Fragen wie der Wiederaufrüstung 1954 und der sogenannten ethischen Indikation Stellung. Ab 1945 lehrte er an der wiedereröffneten Kirchlichen Hochschule Wuppertal zunächst als Dozent, seit 1951 als ihr Professor Systematische Theologie. Die Bonner Theologische Fakultät ernannte ihn 1954 zum Ehrendoktor. Als Honorarprofessor erhielt er ab 1961 den Lehrauftrag für ökumenische Kirchenkunde. Seit 1945 gab er das "Kirchliche Jahrbuch" für die Evangelische Kirche in Deutschland heraus.

Die Korrespondenz ist chronologisch sortiert. Die Korrespondenzpartner sind prominent: Hans Asmussen, Professor Karl Barth, Professor Peter Brunner, Landesbischof Hermann Dietzfelbinger, Hermann Ehlers, Professor Martin Fischer, Präsident des Deutschen Bundestags Eugen Gerstenmeier, Professor Helmuth Gollwitzer, Professor Oskar Hammelsbeck, Bundespräsident Gustav W. Heinemann, Karl Immer, Professor Hans-Joachim Iwand, Professor Friedrich Karrenberg, Heinz Kloppenburg, Landesbischof Hans Lilje, Oberkirchenrat Professor Christian Mahrenholz, Professor Erwin Mülhaupt, Martin Niemöller, Wilhelm Niemöller, Professor Karl Rahner, Udo Röhrig, Präses Kurt Scharf, Kultusminister Werner Schütz, Professor Wilhelm Stählin, Gustav Theill, Professor Helmuth Thielecke, Heinrich Vogel, Professor Hans Emil Weber, Präses Wilm, Professor Ernst Wolf u.v.m.

Literatur: Günter Heidtmann, Joachim Beckmann. Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, in: Jürgen Bachmann, Hrsg., Zum Dienst berufen. Lebensbilder leitender Männer der Evangelischen Kirche in Deutschland, Osnabrück 1963, S.137-144; Karl Immer, Hrsg., Kirche in diesen Jahren. Ein Bericht. Präses Professor D. Dr. Joachim Beckmann zum 70. Geburtstag, Neukirchen-Vluyn 1971; Enno Obendiek: Joachim Beckmann 1901-2001. Der Theologe, der Bekenner, der Kirchenmann - Was war? Was bleibt?, in: MEKGR 50 (2001), S. 361-374.

Ergänzende Archivbestände: 1OB 017 (Sachakten LKA); 6HA 006 (Präses Held).